Kritik am Urheber*innenrecht. Unsere intertextuelle Lebensrealität.

Eine Reaktion auf den Blogpost ““This is Why I Pirate”: How A Groundless Copyright Threat Destroyed A Young Film Student’s Dreams and Career” vom Center for the Study of Innovative Freedom und ein erster Versuch, zum Urheber*innenrecht zu bloggen. Inhaltliche Kritik ist sehr gerne gesehen, vor allem da ich noch nicht begriffssicher bin.

Ich bin kein Freund davon, Einzelschicksale in politiktheoretischen Diskursen als Argumente anzuführen. Diese Praxis neigt zu schnell in den Populismus und blendet die übergeordneten Strukturen von gesellschaftlichen Problemen weitestgehend aus. Trotz allem sind Einzelschicksalen wohl anzurechnen, dass sie politische Fragen konkret greifbar machen können – so wie es in diesem Fall eines Filmstudenten passiert ist, der trotz Erlaubnis von Isaac Asimovs Frau Anwalt einen absolut unverhältnismäßigen und unnötigen, teuren Rechtsstreit mit FOX um eine Adaption von I, Robot führen musste.

Der obige Fall illustriert (abgesehen von einem sehr perversen Justizsystem) zwei grundlegende Probleme. Erstens: Die Rechte die Urheber*innen und die Rechte der Verwerter*innen sind nicht identisch.
Zweitens: Das radikale Durchsetzen der Verwertungsrechte hat großes Potenzial, die Schaffung weiterer kultureller Werke massivst zu behindern.

Ich möchte insbesondere auf den zweiten Punkt eingehen. Meiner Ansicht nach offenbart sich hier sehr deutlich, wieso das Urheber*innenrecht in seiner derzeitigen Form (und dabei möchte ich Deutschland miteinschließen, obgleich der Fall eher das amerkanische Rechtssystem betrifft) mit den Strukturen der jetzigen Kultur- und Kunstlandschaft auf Kriegsfuß steht. Ich möchte dabei etwas weiter ausholen: Wir leben entweder in einer modernen Gesellschaft, in der die postmoderne langsam hinein blutet, im Übergang einer modernen zu einer postmodernen Gesellschaft oder bereits in einer postmodernen Gesellschaft. Da sind sich die Kulturwissenschaftler*innen noch nicht so einig. Fakt ist jedoch: Im Lichte dieses Prozesses wandeln sich kulturelle Praxen massiv. Metafiktion, also fiktionale Werke die ihren Zustand als fiktionale Werke anerkennen, sind nicht mehr nur noch Stoff für Kreuzberger Undergroundabsteigen. (Metafiction) Dies kann durchaus mit dem Aufkommen des Informationszeitalters in einen Zusammenhang gestellt werden. Wollen wir die Kultur des ausgehenden 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts charakterisieren, ist die totale Selbstreferenz gewiss keine komplett falsche Richtung. Aber noch ein anderer Faktor ist zur Betrachtung der Realitäten im kulturellen Betrieb wichtig: Das intertextuelle Arbeiten.

Anhand wissenschaftlichem Arbeiten lässt sich das Prinzip der Intertextualität am einfachsten deutlich machen. Während sich der Begriff sich wie viele andere Begriffe aus dem Dunstkreis des Poststrukturalismus einer enormen Inflation und damit einhergehendem Inhaltsverlust ausgesetzt sieht, beschreibt er grundsätzlich die Idee, dass wir Texte nicht (mehr) isoliert voneinander denken können. Bedeutung und Inhalte wissenschaftlicher Texte erhalten diese durch 1) Miteinbeziehung anderer Texte und 2) die Verwendung durch andere Texte. Im wissenschaftlichen Betrieb ist das seit jeher Normalität. Wenn ich fremde Texte wörtlich verwende oder Bezug auf fremde Argumente nehme, so muss ich zu Zitaten und Fußnoten greifen. Durch diesen Akt präge ich beide Texte. Für die Wissenschaft ist diese Praxis ein Lebenselixir, und durch die überwältigende Zahl des “Bereits gesagten” wird die Kunst förmlich dazu gezwungen auf vergleichbare Kulturtechniken zuzugreifen. Dies umfasst Adaption, Bearbeitung, (literarische) Assemblage, und, wie im letzten Punkt angedeutet: Den Remix. Eine Kunsttechnik die nur wo ein Überfluss an kulturell nutzbarem Material vorhanden und breit verfügbar ist funktioniert – und damit im Informationszeitalter einen wahrhaft exzellenten Boden vorgefunden hat. Ich möchte die Definition des Remix breiter fassen; auch Ulysses von Joyce oder Romeo und Julia von Shakespeare sind Neufassungen älterer Werke, in gewisser Weise auf andere Themen fokussierte Remixe. Der große Unterschied zu Heute besteht nicht nur darin, dass beide Autoren nur als Vertreter*innen einer kleinen Gruppe von Inhabern kulturellen Materials reiches Wissen über antike Sagen hatten und daraus Material zum “remixen” ziehen konnten; sondern auch dass in diesen Fällen auch das heutige Urheber*innenrecht möglicherweise hätte greifen können. Die Unterschiede des im Anfang des Posts geschilderten Falles einer Adaption von I, Robot mit Joyces Nacherzählung Homers Ilias im Dublin des Jahres 1904 sind weniger groß als es auf dem ersten Blick erscheinen mag.

Kultur ist heute mehr denn je (und ja, ich zweckentfremde das Wort jetzt bewusst) intertextuell organisiert. Diesen Umstand durch die Beibehaltung anachronistischer Verwertungsrechte anzugreifen kommt einem Angriff auf die Kultur gleich und offenbahrt, dass es gar nicht um die Interessen der Künstler*innen geht, sondern den Gewinn, den einzelne Werke versprechen. Weder wird wahrgenommen, dass wir durchaus die Frage nach “originalen” Werken unbeantwortet lassen müssen (da sie entweder direkt (Zitation / Homage / Referenz) oder indirekt (wegweisende Kameraeinstellungen / in der Tradition einer Kunstrichtung zu stehen, die unvermeidlich künstlerische Rückbezüge notwendig macht.) durch andere Werke beeinflusst wurden), noch dass ein künstlerisches Werk mit hohem Verbreitungsgrad automatisch andere Werke mitbeinflusst. Dies verhindern oder regulieren zu wollen ist nichts anderes als Ignoranz, vor allem in einem postmodernen Informationszeitalter, in dem die Zahl von “offensichtlichen” Remixen die von “nicht offensichtlichen” Remixen deutlich übersteigt. Wir brauchen kein abstraktes, rigides Verwertungsrecht, weder auf jede Instanz der Verwendung einzelner Werke noch auf Tropoi, Kameraeinstellungen oder Satzbestandteile (wie es anscheinend mal in ACTA drin gestanden haben soll). Stattdessen muss es den Bedürfnissen der Urheber*innen und der Realität kultureller Praxen angepasst werden. Ansonsten wird eine postmoderne Angst tatsächlich wahr: Dass es nichts Neues mehr geben wird da alles was gesagt werden konnte bereits gesagt wurde.

Videotipp: Raiders of the Lost Archive – Ein Vergleich von Indiana Jones mit früheren Filmen, in denen mögliche Inspirationen für Szenen und / oder Kameraeinstellungen erkannt werden können.

3 Gedanken zu “Kritik am Urheber*innenrecht. Unsere intertextuelle Lebensrealität.

  1. “Kultur” ist so ein Begriff, bei dem es schon schwierig wird. Was bedeutet das? Ist “das Netz” eine Kultur? Hat es Fragen einer analogen Kultur aufgeworfen? Ist es ein gigantischer Synkretismus?

    Außerdem wird hier sehr einseitig vom Verwerter, nicht vom Schaffer gesprochen. Künstlern muss an der Wahrung ihrer (nicht nur meines Erachtens) unveräußerlichen Urheberpersönlichkeitsrechte und damit auch einem strengen Griff über das, was sie schaffen, gelegen sein. Denn nur, wenn sie diese, sich aus den Menschenrechten (die hier ja allgemein Zustimmung finden dürften) speisenden Rechte einklagen können und gegen ihrer Meinung nach unliebsame Erzeugnisse vorgehen dürfen, ist es um ein Urheberpersönlichkeitsrecht gut bestellt.
    Ferner kann mir in Deutschland (über andere Staaten maße ich mir kein Urteil an) niemand einen Urheberrechtsprozess anhängen, wenn ich Zitate als solche kenntlich mache. Die GEMA (als eine Hass-Institution sich freimütig bedienender Freibeuter) hat ja durchaus auch einen sinnvollen Auftrag.
    Daher nun eine Liberalisierung einer Straftat zu fordern, die längst massenhaft betrieben wird, ist, kurz: ideologische Lobbyarbeit im Dienste einer Gemeinde, die viel zu selten von digital auf analog übersetzt.

    Vielmehr sollte, in Anbetracht der technischen Möglichkeiten, ein anderes Vergütungsmodell her. Aha. Welches?
    Eine pauschale Abgabe, die dann nach Nutzung verteilt wird? Dazu müsste der Provider Daten sammeln und auswerten. Das will ja niemand, weil das gleich nach iDolf riecht.
    Dann soll eben der Staat die Abgabe verteilen. Auch hier müsste ausgewertet werden. Ferner müsste eine Behörde her. Der Staat aber ist böse und will uns alle nur kontrollieren.
    Also, quo vadis?

    Zum Strukturalismus und zur Intertextualität: Was die vom Staate reichhaltig alimentierten Franzosen allzu schnell vergaßen, als sie vom “Tod des Autors” redeten, ist, dass der zitierte Text etwas fundamental verschiedenes als der Gesamttext ist, aus dem die Zitation entnommen ist. Der Gesamttext kann (auf Grund Dispositionen der Lektüre) nur als Ganzes wahrgenommen werden, so, wie er ediert ist (spannend: Unterschied Oralität-Literalität, Stichwort: Archetyp, usw.) bzw. am meisten eben: so, wie ihn der Autor wollte. Es gibt ihn also: als textprägende Gestalt im Hintergrund, die unsere Leseerfahrung konstituiert.
    Rezeptionsästhetisch wird der Text flankiert (nicht konstruiert) durch subjektive Erfahrungen (für ein Urteil über den text im Diksurs irrelevant) und literarische Tradition. Letztere allerdings, über die diskutiert werden kann, ist ja nicht etwas von Autoren losgelöstes, sondern eng mit ihnen verquicktes.
    Küchenpsychologisch gesagt: Eventuell war das, was wir in die (Post-)Strukturalistenkiste packen nur ein extremer Versuch von allzu personalisierten Diskursen abzusatteln.

  2. INTERTEXTUALITÄT
    Das Dilemma der Argumentation um ein neues Urheberrecht mündet letztlich in der Tatsache, dass alles einen intertextuellen Zusammenhang hat. Das Heranziehen dieser These ist allerdings aussichtslos, da es nichts anderes bedeutet, als alles hängt mit allem zusammen. Und wenn wir an diesem Punkt sind, lohnt eine Debatte nicht mehr, da man sich ständig im Kreis dreht. Man muss also einen Anfangs- und Endpunkt setzen und davon ausgehend ein gewisses System zu Grunde legen auf dessen wiederum ein Diskurs geführt werden kann.

    DER LESENDE AUTOR
    Wenn man es ernst nähme, dann wäre nur Homer der einzig wahre Künstler, da man bei ihm von einem nicht-lesenden Autor sprechen kann. Alle nach ihm, haben zumindest von ihm gelesen und sind damit lesende Autoren. Wobei ich dir, Jan, widersprechen möchte, da Shakespear tatsächlich neue antike Sagen geformt hat, die es bis dahin nicht gab und das trotz der Tatsache, dass er ein lesender Autor war.

    POSTMODERN
    Postmodern ist die Debatte ebensowenig. Zwar haben wir mit dem Internet eine neues Medium gefunden, allerdings ist es nicht neu, sondern an und für sich nichts anderes als eben auch nur ein Remix der bisherigen in einem Einzigen und dem Zusatz des aktiven Einschreitens, was es aber bereits im modernen Theater gab, bevor man das Internet kannte. Modern ja, aber nicht postmodern. Überwunden sind die Strukturen nicht, das merken wir gerade aufgrund der Debatte um ACTA. Die ganze Debatte um die Frage, ob die Gesellschaft nun modern oder postmodern ist, wird letztlich nur geführt, um einen Wandel zu erzwingen, den niemand haben will. Die Zukunft der Welt liegt eben gerade nicht im Internet.

    DIE ZUKUNFT DER GESELLSCHAFT
    Liquide Democrazy ist ganz und gar nicht transparent, da es nur dem Kennenden zugäng ist. Nicht jeder kann daran teilhaben, sondern nur jeder, der weiß, wie man daran teilhaben kann. Das ist so zusagen die Perversion des lesenden Autors, da es neben dem Lesen nun auch noch darum geht, wo man die zu lesenden Bücher findet und wie man mit ihnen umgeht und es ist weit mehr als den Buchdeckel zu öffnen. Die Frage der Zukunft der Gesellschaft mündet nicht im Internet. Das Internet ist ein Medium, ein Transportmittel, das die Gesellschaft zur Kommunikation gebrauchen kann. Und nichts mehr. Die Tatsache ist nicht, dass Kommunikation stattfindet (Internet), sondern worüber und wie (Diskurs).

    URHEBERRECHTSREFORM
    Das Urheberrecht muss überarbeitet werden. Das ist klar und kann auch so als Aussage stehen bleiben. Die Frage muss auch ganz anders lauten, nicht, was man wie nutzen kann und darf und muss und wer nun der Urheber oder Verwerter ist. Es ist schlicht: Was ist uns Kunst und Kultur wert? Hier geht es nicht um eine strafrechtliche oder finanzielle Auseinandersetzung, sondern um die Moral. Das keine Annährung zwischen Nutzern und Urhebern zustande kommt liegt am falschen Fokus der Debatte. Einen Diskurs zu verändern ist aber in einer rational, ökonomisch gerichteten Gesellschaft – und hier sind wir rückständig wie seit Eh und Je – schier unmöglich. Der Versuch lohnt nicht. ACTA kommt, oder kommt nicht. Einen Kompromiss wird es nicht mehr geben. Im Zweifel fällt man auf das zurück, was man bisher hat und keiner Seite ist geholfen. Das jetzige Urheberrecht ist medienspezifisch. Sein Scheitern vorprogrammiert bei einem Medium, das alle Medien vereint. Es muss radikal einfacher gedacht werden. Daten sind nicht zu erheben, sondern letztlich geht es um eine Verhandlung zwischen dem, was der Urheber für sein Werk haben möchte (Angebot) und dem Nutzer, der das Werk haben möchte (Nachfrage). An der Stelle, an der sich die kulturelle Nachfrage und das kulturelle Angebot treffen, wird über den Wert entschieden. Ganz unabhängig vom Umfang. Wer Kunst umsonst haben will, der hat ein gleichrangiges Gut ebenso kostenlos zur Verfüngung zu stellen, damit sich Angebot und Nachfrage treffen. Wer viel Geld für Kunst zahlen will, der kann viel Geld für ein gleichrangiges Gut in Rechnung stellen, damit sich Angebot und Nachfrage treffen. Das wäre moralisches Handeln von beiden Seiten, losgelöst von rechtlicher Regulierung.

  3. Jan:
    Ich habe absichtlich explizit von den Verwertungsrechten in den Urheber*innenrechten gesprochen und die Schaffenden eher ausgeklammert. Es ist durchaus in Frage zu stellen, ob die Interessen der Kulturschaffenden tatsächlich von den Inhaber*innen der Verwertungsrechten hinreichend vertreten werden können, sofern es sich nicht um ein und die selben Personen handelt. Niemand der in dieser Debatte ernst zu nehmen ist möchte wirklich die Helene Hegelmanns dieser Welt freisprechen. Der Missbrauch von geschützten Werken zum eigenen finanziellen Nutzen ist allerdings davon zu unterschieden, Werke zu vervielfältigen und privat zu nutzen. Im kulturellen Bereich ist Produktpiraterie und das Aufkommen von Plagiaten zweifelsohne entschieden zu bekämpfen. (Natürlich wird das problematisch sobald wir das Patentrecht hinzu ziehen und Generika in die Diskussion einflechten)
    Zum Straftatbestand: Ich würde versuchen es weniger rechtspositivistisch zu betrachten. Einerseits, da es genügend Studien gibt die den Zusammenhang von Tauschbörsen und den gerne angeführten Milliardenschäden in der Kulturindustrie durchaus in Frage stellen, und zum anderen weil Mikrotransaktionsprojekte wie flattr durchaus zeigen, dass eine benutzer*innenfreundliche Oberfläche und ein Ernstnehmen der Nutzer*innen durch die Verwertungsgesellschaften durchaus dazu führen kann, dass die Bereitschaft zum Bezahlen von kulturellen Gütern besteht. Dass es genügend Künstler*innen gibt die vermeintlich suizidial dazu aufrufen die eigenen Werke im Internet herunter zu laden (Nine Inch Nails, Jan Delay, Benn Jordan, …) deutet ebenfalls darauf hin, dass wir es hier keinesfalls mit einem krassen Kampf der Kunstschaffenden und der Internetguerilla zu tun haben. Dass wir keine Stasi 2.0 wollen, ist klar. Deshalb lehne ich die derzeitigen Ideen für die Ausgestaltung der Kulturflatrate bei den Grünen und der Grünen Jugend vehement ab.

    Zum Strukturalismusteil: Ich glaube wir argumentieren für das Gleiche, haben nur einen anderen Zugang. Natürlich ist der Text mit der Person verquickt, die ihn geschrieben hat. Das muss die poststrukturalistische Denke auch gar nicht hinterfragen. Die Leserfahrung wird durch eine Gestalt konstituiert, zweifelsohne. Aber ist der Text nicht eher eine Gestalt wie im angelsächsischen? (http://en.wiktionary.org/wiki/gestalt – “A collection of physical, biological, psychological or symbolic entities that creates a unified concept, configuration or pattern which is greater than the sum of its parts (of a character, personality, or being)”

    Michael:
    Intertextualität:
    Natürlich läuft mein Ansatz Gefahr zum Zirkelschluss zu werden. Er war auch eher ein Versuch von mir, mit meinem Verständnis von Kultur einen Zugang in die Urheber*innenrechtsproblematik zu gewinnen. Nichtdestotrotz halte ich diesen Zugang für durchaus hilfreich und denke, dass er einige interessante Perspektiven eröffnen kann.

    Der lesende Autor:
    Jaein. Homer ist eindeutig vom vorderasiatischen und nordafrikanischen Raum beeinflusst gewesen. Mittlerweile kann die Antike Geschichte einzelne Tropoi und Gegenstände identifizieren, die Hinweise auf einen sehr intensiven beidseitigen Kulturtransfer geben. Dass Homer mitunter einer der ersten “richtigen” Autor*innen Europas war, ist dagegen natürlich klar. Shakespeare hat sowohl adaptiert wie auch neue Sagen geschaffen. Daher halte ich das Beispiel für sehr sehr passend, vor allem da seine Praxis durch die Inflation von Informationen in der heutigen Zeit immer virulenter geworden ist.

    Postmodern:
    Ich denke die Probleme liegen eben genau in diesem Übergang, der ja auch nur idealtypisch sein kann. Wir haben neue Formen der Interaktion mit Kulturgütern entwickelt die sich in den nächsten 10-20 Jahren noch weiter entwickeln werden. Das Internet wird dort, wie jedes andere Medium davor auch, eine entscheidende Rolle spielen müssen. Es erlaubt allerdings wie kein anderes die Selbstreflexion.

    Zukunft der Gesellschaft:
    Weitestgehend Zustimmung. Wir müssen uns allerdings die Frage stellen ob die zunehmende Vernetzung der Gesellschaft durch seine Subtilität nicht doch ein ernstzunehmender Faktor ist / sein wird. Ich sage dazu ganz klar Ja.

    Urheberrechtsreform:
    Bis auf die Verquickung von Nutzer*in und Urheber*in stimme ich dir zu. I

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.