Slambeitrag – Ein Plädoyer für konsequente Nannypolitik

Dieser Beitrag wurde von Daniela Ehlers und mir für den Poetry-Slam auf dem 38. Bundeskongress der Grünen Jugend geschrieben und von ihr und @flo_wi vorgetragen.

Ein Plädoyer für konsequente Nannypolitik
Aus unserer unerschöpflichen Liebe zu unseren Mitmenschen 🙂

Nanny:

Wie war dein Tag Deutschland?

Deutschland: 

Ohhh, schrecklich! Der Rauch aus den Raucher*innenkneipen war so dicht, dass ich meine eigenen Hände nicht mehr sehen konnte! Meine Klamotten haben so gestunken! Und dann noch die Autos! Die waren so laut, dass die Musik aus meinem iPod nicht verstanden habe! Und mit jedem Schwenk des Lenkrats habe ich die Schmerzensschreie des Regenwaldes gehört der durch die Treibhausgase verenden muss. Und als ich Hunger hatte und zu einer Seitancurrywurstbude gehen wollte, habe ich schon vom Geruch der fettigen Pommes drei Kilo zugenommen! Meine Arterien sind jetzt mindestens genauso verdickt wie die von den dicken Kindern die von ihren Eltern die ganze Zeit mit fettigem Fastfood vollgestopft werden! Und dann hat sich eben noch eine eine Fahrradfahrerin überschlagen und sich eine BEULE geholt! Und überhaupt: Diese ganzen tanzenden Jugendlichen am Karfreitag vor zwei Wochen haben mich ungemein in meinerm Glauben und meiner Trauer an den Heiligen Geist gestört. Und die Arbeitskreis Grüne Nanny Gruppe auf Facebook ist so trollig, dass ich gar nicht mehr zum Arbeiten komme!

Gibt es denn keine Lösung dafür? Gibt es Hoffnung am Horizont für die Bourgeoisie?

Nanny:

Aber sicher liebes Deutschland: Uns Grüne Nannys! 😀
Denn wir Grüne haben erkannt: Die Menschen in diesem Land können nicht von sich aus gut sein und aus eigener Kraft ein gesundes, verantwortungsbewusstes Leben führen. Zu groß ist der Einfluss der menschenverachtenen anarchokapitalistischen Propaganda. Unsere Aufgabe als politisch besorgte Mutbürger*innen muss es deshalb sein, dieser Gehirnwäsche entschieden entgegen zu streuern! Zum Glück wurde uns dabei die unabdingbare Staatsgläubigkeit in die Wiege gelegt. Mittel die dir bei deinen Problmen helfen sind ein gesetzliche Nichtraucher*innenschutz, ein generelles Autoverbot in deutschen Innenstädten, eine Fettsteuer, so dass ungesundes essen mit hohen kosten bestraft wird,die Helmpflicht, wie im Ländle, ein striktes Tanzverbot an stillen Tagen und ein striktes Verbot von Facebook Gruppen und Fanpages. Ebenso effektiv sind auch ein Alkoholverbote in der Öffentlichkeit und ein fleischfreier Tag , um die Menschen wieder zu gesundheitsbewussten Konsum zu erziehen. Diese Verbote sind dabei so sanft wie Homöopathie! Sie sind unser Geschenk an die Menschheit!

Deutschland:

Aber sind Verbote denn nicht etwas Schlechtes?

Nanny:

Nein, diese Verbote keines Wegs! Du musst auch immer zwischen guten und bösen Verboten unterscheiden! Gute Verbote sind die, die dir helfen, dein Leben in den Griff zu bekommen! Nehmen wir doch mal als Beispiel das Rauchverbot! Dieses schützt alle Nichtraucher_innen vor jeglicher Form von tödlichem Rauch. Auch denjenigen, die noch nicht begriffen haben, wie schädlich das Rauchen für sie und ihre Mitmenschen ist, wird durch das ungemütliche Rauchen auf kleinen Balkonen bei Schneeregen im April schnell die Lust am Rauchen vergehen. Auch ein allgemeines Drogenverbot ist ein gutes Verbot! Denn in was für einem Jahrhundert leben wir denn auch? Ein Leben welches nur noch durch tägliche Matezufuhr funktioniert, ist kein selbstbestimmtes Leben. Deshalb setzen wir uns für ein Verbot aller aufputschenden Mate-Produkte ein!
Böse Verbote hingegen schränken die Menschen in ihrem Leben ein,ohne ihnen zu helfen. Du siehst also hoffentlich, dass du nur mit unser Hilfe ein gesundes, gutes und selbstbestimmtes Leben führen kannst. Gute Verbote sind nur in deinem ureigenen Interesse! Du möchtest doch nicht etwa krank werden, oder abhängig sein! Oder?

Deutschland:

Na dann. Grüne Nannys? Leider geil!

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