a wild projekttutorium appears! – “Lauert mehr!”

By: Taran RampersadCC BY-NC-SA 2.0

Liebe Leute,

wer mich kennt weiß, dass ich im letzten Jahr damit begonnen habe, mit einer Laufbahn im universitären Kontext zu liebäugeln. Trotz einiger Startschwierigkeiten und einem missglückten Fachwechselantrag habe ich die Europäische Ethnologie zu schätzen gelernt  und werde Anfang dieses Jahres auch zwei medienethnologische Texte zu Facebook-Freundschaften und Privatheit im Internet bei den Berliner Blättern publizieren. Und wie es aussieht, habe ich nun auch eine einmalige Gelegenheit zugesprochen bekommen: In die Lehre hinein zu schnuppern und damit für mich endgültig reflektieren zu können, wie ich es mit der Universität als Arbeitsplatz halten könnte.

Denn nun ist es offiziell: Im kommenden Sommer- und Wintersemester werden Fiona (Fionalerntprogrammieren) und ich ein Projekttutorium am Institut für Europäische Ethnologie der HU-Berlin ausrichten. Es geht ums Internetz. Name:

 Lauert mehr!

Netzkulturen als kulturwissenschaftliche Forschungsfelder.

Empirische Kulturwissenschaften sind Alltagswissenschaften. Aber sie halten sich – teils aufgrund methodischer Unsicherheiten, aber auch teils wegen genereller Unerfahrenheit dem Feld gegenüber – aus dem Internet weitestgehend raus. Das Problem: Das Internet ist ein fester Bestandteil unserer Alltagskultur geworden. Aus diesem Grunde verschenken Kulturwissenschaften durch ihre Zaghaftigkeit viele interessante Einblicke in eine sich immer mehr digitalisierenden und verdatenden Gesellschaft; es geht nicht einfach darum, IM Internet zu forschen, sondern auch MIT dem Internet. Wir möchten daher in diesem Projekttutorium beispielhafte Forschungsfelder thematisieren wie Bilderbretter, Trolle, Partner*innenbörsen oder Memetik und gleichzeitig Grundlagenwissen über die Geschichte und die Struktur von Internettechnologien, netzpolitischen Reflexionen und der Hackerkultur vermitteln. Damit Wissenschaftler*innen im Internet endlich mehr lauern und wir nicht weiter blind gegenüber den krassen Transformationsprozessen sind, die direkt vor unserer Nase passieren.

Was heißt das für mich? 

Neben der langsam aufkommenden euphorischen Stimmung, zusammen mit Fiona ein ganzes Jahr lang eine inhaltliche Lehrveranstaltung am Institut anzubieten, heißt das auch, dass ich künftig einen nicht unerheblichen Teil meiner Zeit zusätzlich in dieses Tutorium stecken werden muss, aller spätestens beginnend mit April. Diese Zeit möchte ich nicht ausschließlich von meinem Studium abzapfen, also muss die Grüne Jugend dafür hinhalten. Es ist ein unangenehmes Gefühl, da auch die Grüne Jugend ein wichtiger Teil meines sozialen Umfeldes beherbergt, aber zum Glück sind Freundschaften und gemeinsame Momente nicht an Posten gekoppelt – und die Grüne Jugend hat ja immer noch ihre basisdemokratischen Strukturen.

Und jetzt, da unser Antrag angenommen wurde, wird die Textrezension erst so richtig los gehen. In Zukunft wird es wahrscheinlich einige weitere Postings zum Tutorium und Lektürenotizen zu etwaiger Literatur geben geben, auch mit der Überlegung im Hinterkopf, den Tutorium über ein Blog inhaltlich zu begleiten. Mal sehen in welche Richtung das Seminar in einem Jahr hingesteuert sein wird.

Hach. Das Jahr hat kaum angefangen und plötzlich ist alles spannend und toll und hassenichgesehen. 🙂

Wer den Projektantrag gerne lesen möchte, der findet ihn im nachfolgenden Link (pdf): Projekttutorium IfEE – Netzkulturen als kulturwissenschaftliche Forschungsfelder

9 Gedanken zu “a wild projekttutorium appears! – “Lauert mehr!”

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